Studie offenbart auch Vorbehalte bei Unternehmen

Videokonferenzen: Analyst nimmt Anbieter in die Pflicht

Allgemein, Videokonferenz in der Praxis 4. April 2011

US-Analyst Hyoun Park vom Marktforschungsinstitut Aberdeen ist der Überzeugung, dass viele Firmen nicht auf den Nutzen von Videokonferenzen vorbereitet sind. Die Unternehmen hätten vor allem große Probleme, die Systeme technisch in die bestehende Hard- und Software zu integrieren.

Um in Erfahrung zu bringen, welche Erwartungen Firmen an Videokonferenzen haben, führte Aberdeen eine Umfrage unter 102 Unternehmen durch. 83 Prozent der Befragten gaben an, durch Videokonferenzen vor allem Reisekosten streichen zu wollen. Dieses Argument steht traditionell an der Spitze derartiger Umfragen.

Andere Verwendungszwecke rücken ebenfalls immer mehr in das Bewusstsein der Beteiligten: Effizienzsteigerung (41 Prozent der Befragten), Forschung und Entwicklung (32 Prozent), Umsatzsteigerung durch vereinfachte Kommunikation mit den Kunden (21 Prozent), Mitarbeiterrekrutierung (17 Prozent), Abbau der IT-Struktur (17 Prozent) und die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen (17 Prozent) wurden ebenfalls häufig genannt.

Derzeit stehe die Firmentechnik diesen Wünschen noch im Weg, so Park. Tatsächlich bereiten Telepresence und Videokonferenz dadurch bisher eher Probleme als Erleichterung, da sich die Systeme nur schwer integrieren ließen. Der Analyst fordert deshalb von den Anbietern, verstärkt auf die Kompatibilität mit der bestehenden Ausrüstung in den Unternehmen zu achten. Besonders wichtig sei es, dass Videoconferencing als Teil von Unified Communications funktioniere.

Die Zukunft von Videokonferenzen in Unternehmen sieht Park allerdings optimistisch. Diese würden einen ähnlichen Weg wie Social Media oder Mobile IT beschreiten. Beide seien als Nischenthema gestartet. In jüngster Zeit sei jedoch der Trend mehr als deutlich, dass diese von Unternehmen immer mehr in übergreifende Geschäftsstrategien mit einbezogen würden.

Der Aufschwung solcher Technologien resultiere aus den Veränderungen der Arbeits- und Mitarbeiterstruktur. Eine wachsende Zahl von Menschen arbeite von Zuhause und sei deshalb auf die Benutzung moderner Kommunikationsstrukturen angewiesen, so Park. Außerdem helfe der Generationswechsel bei Mitarbeitern, Geschäftspartnern und Lieferanten. Jüngere Menschen brächten wachsende Kompetenzen im Umgang mit IT von Haus aus mit, so der Analyst.

Tags: ,

Kommentare sind nicht zugelassen.