Videokonferenzen sollen Gesundheitskosten senken

Apotheken: Videokonferenz-Pilotprojekt in der Schweiz

Allgemein, Videokonferenz in der Praxis 5. Juni 2012

Schweizer Apotheken und Ärzte sollen durch Videokonferenzen entlastet werden. Dies soll zur Senkung der Gesundheitskosten führen. Dies berichten der schweizerische Apothekerverband PharmaSuisse, das Telemedienzentrum Medgate sowie die Versicherung Helsana.
Schweizer Apotheken haben ein Pilotprojekt unter der Bezeichnung „netCare“ gestartet, welches Praxen mithilfe von Videokonferenzen vor allem in Notfallzeiten (nachts und am Wochenende) vor zu großem Patientenansturm bewahren soll.

Die „netCare“-Idee

Patienten, die in eine schweizerische Apotheke besuchen, können künftig bei Bedarf mithilfe einer Videokonferenz Kontakt zu einem Arzt aufnehmen. Dieser könne zusätzliche Hilfestellungen und Anweisungen geben, jedoch nicht die Erstberatung ersetzen (Ausnahme: Reisende mit eiligem Bedarf an medizinischer Beratung sowie allgemeine Notfälle), so die Medienmitteilung. Der Mediziner könne zu allgemeinen Fragen Stellung nehmen, aber auch Hinweise geben, welche Medikamente beispielsweise die gleichen Wirkstoffe enthielten.

Die technischen Details des Pilotprojekts
Angelegt ist das Projekt zunächst auf zwei Jahre. Anschließend soll „netCare“, wenn es erfolgreich verlaufen sollte, in einem weit größeren Umfang in der gesamten Schweiz eingeführt werden. Die Videokonferenz stammt aus einer Gemeinschaftsarbeit von Swisscom und Cisco. Technisch werden die Audio-Spuren mit hochauflösenden (also HD) Bildern kombiniert, damit vor allem der Mediziner sehen kann, worüber er aktuell spricht. Ausgerüstet sind die Systeme für die Videokonferenz mit einem Mikrofon, einer Kamera sowie einem 24 Zoll großen Bildschirm auf beiden Seiten. Die beteiligten Ärzte sind in das Telemedienzentrum „Medgate“ eingebunden.

Import nach Deutschland?
Das Projekt wird anfänglich zwar nur auf die Schweiz beschränkt sein, doch auch in Deutschland und anderen europäischen Ländern wird das Experiment mit Spannung beobachtet und möglicherweise künftig kopiert. Die entscheidenden Fragen werden sein: Kann durch die Videokonferenz die Zahl der Arztbesuche reduziert werden? Verbessert sich die Verschreibung von Medikamenten durch die neue Technologie? Sinken die Gesundheitskosten insgesamt? Antworten auf diese Fragen wird es mit Sicherheit geben, denn das schweizerische Gesundheitswesen hat mit ganz ähnlichen Problemen wie die deutsche medizinische Versorgung zu kämpfen. Vor allem die Kosten explodieren seit einigen Jahren zunehmend durch zu häufige Arztbesuche der Schweizer.

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