Mittelstand soll erschlossen werden

Polycom will wachsen

Allgemein 31. Mai 2013

Einen nachhaltigen Aufwärtstrend erfahren Desktop-Systeme und mobile Lösungen im Bereich der Videokommunikation. Dennoch werden derartige Konzepte keine Raumsysteme oder Telepresence-Lösungen ersetzen. Aus diesem Grund setzt Polycom auf sein Komplettportfolio, welches den gewinnbringenden Unterschied zur schlagkräftigen Konkurrenz ausmachen soll.

Das börsennotierte Unternehmen hat es sich zum Ziel gesetzt, das Geschäft mit seinen SMB-Kunden auszubauen und in vertikalen Märkten zu wachsen. „Wir wollen den Vertrieb marktorientierter aufstellen“, so Thomas Nicolaus, Area Sales Vice President bei Polycom. Banken, Versicherungen sowie der Health-Care-Markt sind bereits mit eigenen Vertriebsmitarbeitern bedient. Sowohl kleine als auch mittelständische Unternehmen sollen durch regional tätige Vertriebsmitarbeiter von der hohen Qualität des Unternehmens überzeugt werden. Zunächst wird gemäß geplanter Umsetzung der Standort München vergrößert. Im Nachgang wird in naher Zukunft eine zweite Niederlassung an einem bislang unbekannten Ort in Deutschland eröffnet.

Besonders in deutschen Mittelstandsunternehmen gelten Videokonferenzen noch als gänzlich unrentabel. Mangels Transparenz sowie zu hoher Preise galten Videokonferenz-Lösungen lange als unattraktiv. Nicolaus bemängelt in diesem Zusammenhang die zu starke Orientierung an DAX-Unternehmen. Die Führungsetage von Polycom schätzt trotz einer schwierigen Marktsituation die Wachstumschancen für Videolösungen als hoch ein. Der Fokus des Unternehmens liegt derzeit auf dem schnell wachsenden Markt der Cloud-Lösungen. Das Argument von Thomas Nicolaus: „Die Cloud ist einer der Treiber von Video Conferencing.“ Microsofts US-Lösung „Lync“ stellt darüber hinaus nach Ansicht von Polycom auf langfristige Sicht eine strategisch wertvolles Produkt dar.

Der Hersteller mit Hauptsitz in Kalifornien definiert sich über die Nutzung offener Standards sowie über das breit aufgestellte Produkt- und Dienstleistungsportfolio. Von Desktop-Lösungen, kompletten Raumsystemen sowie Telepresence-Konzeptionen bis hin zur Bereitstellung von IP-/Konferenztelefonen bietet Polycom alles, was für eine moderne Kommunikation benötigt wird. Neben einem eigenen Vertrieb möchte der Hersteller in Zukunft verstärkt den sogenannten „IT-Channel“ nutzen. In Sachen Kooperationspartnerschaften stehen dabei regional operierende Systemhäuser ganz oben auf der Wunschliste des Unternehmens. Systemhäusern wird grundsätzlich eine gute Beziehung zu ihren Kunden nachgesagt. Trotz der zunehmenden Bedeutung mobiler Anwendungen und Desktop-Systemen, ist die Bedeutung und zugleich das Potential „traditioneller“ Systeme nach wie vor ungebrochen groß. Es wird interessant sein zu erfahren, wie sich die Neupositionierung von Polycom auf die kommenden Quartalszahlen auswirkt.

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