Videokonferenz: IT-Spezialist OlJo vernetzt Ladengeschäfte
Mit moderner Videokonferenz-Technik von Sony schafft OlJo drei Dinge auf einen Streich: Erstens kommuniziert man miteinander über 15 Kilometer hinweg, als säßen alle im selben Raum; zweitens demonstriert man potenziellen Käufern, wie einfach das geht – und schreckt drittens Diebe ab.
Als OlJo-Mutter Josi Pelz Mitte April ihr zweites „Baby“ – ein Sony-Studio – in die Geschäftswelt setzte, sah sie ein Problem: „Viele Kunden sind auf mich fixiert. Aber mich gibt’s nur einmal. Ich kann nicht gleichzeitig in Bühl und Baden-Baden sein.“ Die einfache wie geniale Lösung war naheliegend: ein Videokonferenzsystem. Wenn nun ein Kunde im IT-Center in Bühl nach der Chefin verlangt, während diese im Sony-Studio in Baden-Baden nach dem Rechten sieht, reicht ein Ruf in den Raum: „Hallo Josi, hier will dich jemand sprechen.“ Schon erscheint die Frau leibhaftig auf dem Bildschirm, ihre rot-schwarz-goldenen Haarsträhnen leuchten um die Wette mit ihrem herzenswarmen Lächeln: „Ja, was gibt’s?“
Inmitten all der Computer und Monitore im Bühler Service-Center fällt das Videokonferenzsystem zuerst einmal gar nicht auf. Aber der 40 Zoll große Flachbildschirm an der schwarzen Wand links zieht dann doch schnell die Aufmerksamkeit auf sich. Nicht nur wegen seiner Größe, sondern auch, weil man sich in einer Ecke des LCD-Monitors selbst sieht. Das andere, größere Bild zeigt den Laden in Baden-Baden, live und in Farbe. Rechts neben dem Monitor thront eine Kamera im schwarz-silbernen Gehäuse, sehr stylisch. Aber vor allem zählen ja die inneren Werte: Die lichtstarke Autofocus-Zoom-Optik ist per Fernbedienung schwenkbar, horizontal wie vertikal.
Fernschwenks
Dank der fernoptischen Kommunikation mit Mitarbeitern und Kunden brauchte OlJo für den neuen Laden in Baden-Baden kein extra Personal zu verpflichten. „Die 10.000 Euro für das Videokonferenzsystem rechnen sich sehr schnell“, sagt Oliver Pelz, Mitinhaber von OlJo. In dieser Summe war alles drin: Das Videokonferenzsystem IPELA PCS-G50, die beiden Kameras PCSA-CG70P, die 40-Zoll-Flachbildschime vom Typ Sony FWD-40LX2, die Fernbedienungen und vier Lautsprecher SRS-D21. „Installiert haben wir das System komplett selber“, berichtet Pelz. „Wir haben dafür keine zwei Stunden gebraucht: aufstellen, verkabeln, fertig. Jeder, der sich mit Netzwerktechnik auskennt, kann das installieren.“
Noch einfacher ist der Betrieb. Per Fernbedienung und Menüführung auf dem Monitor werden die wichtigsten Features gesteuert: Weitwinkelbild oder Heranzoomen, Kameraschwenks bis 180 Grad, Ton laut oder leise. All diese Funktionen lassen sich sowohl für die lokalen Komponenten steuern, wie auch für die Pendants in der Ferne. „Bevor ich meinen Kollegen in Baden-Baden anspreche, schwenke ich mein drittes Auge erst einmal durch den Laden dort, damit ich weiß, ob Kunden da sind“, berichtet Josi Pelz. Die Bildqualität lässt manchmal noch zu wünschen übrig: die Bewegungen sind etwas ruckelig. „Das liegt aber nicht an der Sony-Technik, sondern an der DSL-Leitung“, erklärt Oliver Pelz. „Anders als die meisten Städte ist Baden-Baden noch nicht ans Turbodatennetz angeschlossen. Wir haben hier nur 1 Mbit. Aber das reicht absolut für unsere Zwecke.“
Gestochen scharfer Wachhund
OlJo nutzt das Videokonferenzsystem rund um die Uhr. Es ist immer online. Während der Geschäftszeiten sorgt es für kollegialen Blickkontakt zwischen den 17 Mitarbeitern an den beiden Standorten. „Wir arbeiten sehr eng miteinander“, sagt Josi Pelz, „jeder soll möglichst über alles Bescheid wissen. Würden wir einen Teil des Teams von unserer offenen Kommunikation abschneiden, wäre das schlecht für alle. Denn ein Grundstein unseres Erfolgs ist es, dass prinzipiell jeder auf jedem Arbeitsplatz sitzen kann.“ Zudem fördert das Videokonferenzsystem das soziale Arbeitsklima, wie Mitarbeiter Matthias Götz erklärt: „Man fühlt sich nicht allein, selbst wenn man ganz alleine im Laden steht. Ich kann immer gucken, was bei den Kollegen in Bühl los ist, einfach mal `Hallo` sagen, oder an ihren Gesprächen teilnehmen.“
Nach Geschäftsschluss fungiert das System als Wachhund: „Sollte ein Dieb ins Geschäft in Baden-Baden einbrechen, piepst mich die Alarmanlage von dort an“, berichtet Josi Pelz, die direkt über der Werkstatt in Bühl wohnt. „Ich muss dann nur runter laufen, mich vor die Videokamera stellen und rufen: ‚Ich sehe Sie! Sie werden aufgezeichnet! Die Polizei ist unterwegs!‘ – Schon sind die Einbrecher auf und davon, soweit zumindest in der Theorie.“
Werben & sparen
„Bei den Kunden kommt die Nonstop-Videoschaltung ‚klasse’ an“, sagt Oliver Pelz. „Es wirkt professionell und futuristisch, wenn wir einen Mitarbeiter am anderen Standort einfach bitten, eine bestimmte Ware, die wir hier gerade nicht haben, in die Kamera zu halten.“ Zudem habe diese Technik, weil sie noch nicht weit verbreitet sei, einen gewissen Unterhaltungswert: „Manche stellen sich einfach nur vor die Kamera und freuen sich.“ Andere zeigten sich interessiert an einer Videokonferenzanlage für den eigenen Bedarf. „Sie sehen hier, wie unkompliziert das ist.“ Diese Kunden kann OlJo nun bestens beraten – dank eigener Erfahrung.
Für Geschäftsinhaberin Josi Pelz liegt der größte Nutzen im Zeitgewinn. „Ich spare sehr viel Hin- und Herpendelei. Zeit ist ja auch Geld. Und wenn ich weniger fahre, puste ich weniger Schadstoffe in die Luft – gut für die Öko-Bilanz.“